Technik

Hubschraubertechnik:

Warum hat sich der Hubschrauber als Fluggerät trotz komplizierter Technik auf der ganzen Welt
durchgesetzt? Er hat Vorteile, die kein anderes Fluggerät hat.
Er kann "Schweben", also auf der Stelle stehen, er kann rückwärts fliegen und kann punktgenau
auf einem sehr kleinen Platz landen. Als Rettungs- und Transporthubschrauber ist er vielen Menschen zum
Lebensretter geworden. Immer wieder hat sich das System Hubschrauber bei Katastrofen bewährt.
In Nachrichtensendungen sind viele Beiträge als letzte Möglichkeit der Rettung gezeigt worden.
Hohe Zuverlässigkeit, weniger Wartungsarbeiten, bezahlbare Betriebskosten haben auch im  privaten
Bereich für hohe Verkaufszahlen gesorgt.
Jede Tragfläche benötigt Geschwindigkeit um Auftrieb zu erzeugen. Der Rotor des Hubschraubers
bewegt sich im Kreis mit hoher Umdrehung, und erreicht dadurch seinen notwendigen Auftrieb.
Es gibt verschiedene Anordnungen der Rotorblätter, z. B. 2 Rotorflächen übereinander, 2 Rotor-
flächen vorn und hinten, 1 Hauptrotor mit einem Heckrotor. Auf dieses System beziehen sich
folgende Erläuterungen.
Dreht sich der Hauptrotor im Uhrzeigersinn (von oben gesehen) , versucht der Rumpf sich entgegen
dieser Richtung zu bewegen.  Dafür wurde ein steuerbarer"kleiner Rotor", genannt Heckrotor am
Ende des Rumpfes (Heckausleger) angebracht. Er hat die Aufgabe die Richtung des Hubschraubers
beizubehalten. Mit  den Fusspedalen kann man die Heckrotorblätter wie einen Verstellpropeller steuern
Auch der Heckrotor hat ein eigenes "Drehmoment". Durch Stabilisierungsflächen versucht man es zu
mindern, jedoch bewirkt der Heckrotor immer eine Erhöhung oder Abwärtsbewegung des Heckauslegers.
Die Steuerung des Hauptrotors erfolgt über den Steuerknüppel (Stick) und durch den  Blattverstellhebel
(Pitch). Angesteuert werden die Blätter über Steuerstangen und einer "Taumelscheibe", die mit dem
Rotorträger und den Steuerelementen verbunden sind. Die Schubregulierung erfolgt heute eigentlich
über einen Regler automatisch. Der Hubschrauber weiß, wie viel Leistung er braucht. Der Stick steuert
die Richtung des Hubschraubers,-vorwärts-rückwärts-seitlich, genannt die zyklische Blattverstellung.
( immer wiederkehrend).
Der Pitch steuert den Anstellwinkel der Blätter, also Steigen und Sinken, genannt die kollektive Blatt-
verstellung (gemeinsam). Will der Pilot im Schwebeflug steigen erhöht er durch Ziehen des Pitchs den
Anstellwinkel der Blätter. Die Flugrichtung erfolgt durch bewegen des Sticks. Jede Flugänderung
oder Leistungsänderung bedingt immer einen Ausgleich des Drehmoments. Mit Hilfe des Heckrotors
wird der Flug stabilisiert. Mit zunehmender Geschwindigkeit helfen vertikale Stabilisierungsflossen
die Richtung beizubehalten.
Der Pilot muss seinen Hubschrauber ständig nachsteuern um alle Drehmomente auszugleichen.
Starker Wind, besonders bei Start und Landung erfordern viel Feingefühl des Piloten. Deswegen
ist das Hubschrauberfliegen auch so schwierig. Leider versagt auch einmal beim Hubschrauber die
Technik. Was passiert z. B. wenn dass Triebwerk ausfällt? Dass hängt natürlich von den Umständen
ab, in denen sich der Hubschrauber bewegt. Wetter, Beladung, Höhe und Geschwindigkeit müssen
berücksichtigt werden. Der Pilot beginnt mit der "Autorotation". Wenn der Blattwinkel sofort auf
kleinste Einstellung gedrückt wird dreht sich der Hauptrotor weiter, und nicht wie allgemein behauptet
wird, er bleibt einfach "stehen". Der weiterdrehende Rotor besitzt eine Art Restenergie. Der Pilot ändert
mit dem Pitch den Anstellwinkel der Blätter und leitet einen Sinkflug ein. Dadurch werden die Blätter
statt von oben nun von unten durch die Luft angeströmt. Sie erzeugen immer noch Auftrieb. Der
Hubschrauber ist immer noch voll steuerbar. Kurz vor der (Not)landung nimmt er mit Ziehen des
Steuerknüppels die Geschwindigkeit (Fahrt) heraus, erhöht damit die Rotordrehzahl und dämpft mit
Ziehen und Erhöhen des Anstellwinkels  der Rotorblätter die Sinkgeschwindigkeit und kann so
weich auf dem ausgewählten Landeplatz aufsetzten.